Gefahr oder Gefährdung im Arbeitsschutz richtig beurteilen

Gefahr und Gefährdung im Arbeitsschutz

Die Begriffe Gefahr und Gefährdung sind im Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz klar voneinander getrennt und unterschiedlich definiert. Als Gefahr gilt hier ein Ereignis oder Zustand, bei dem das nicht akzeptable Risiko eines eintretenden Schadens besteht. Alles, was potenzielle Schäden und gesundheitliche Belastungen nach sich ziehen kann – etwa Arbeitsmittel und -stoffe, Arbeitspraktiken und -methoden – kann eine Gefahr sein.

Eine Gefährdung nach dem Verständnis des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) tritt früher ein als eine Gefahr. Sie beschreibt eine Situation, die die Möglichkeit eines Gesundheitsschadens beinhaltet, wenn ein Mensch und eine Gefahr räumlich und zeitlich aufeinander treffen. Beispiele sind etwa das Verletzungsrisiko bei der Bedienung einer Stanze durch einen Beschäftigten oder das Einatmen giftiger Arbeitsstoffe im Betrieb.

Eine Gefährdung stellt also alles dar, was potenziell eine Gefahr werden könnte. Diese Gefährdungen müssen nach §§ 5 und 6 ArbSchG von jedem Betrieb in einer Gefährdungsbeurteilung dokumentiert werden. Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sind entsprechende präventive Schutzmaßnahmen zu treffen, und zwar auch dann, wenn es nur vielleicht zu Schäden oder einer Beeinträchtigung der Gesundheit kommt.

Gefährdungen nach der Definition des Arbeitsschutzgesetzes

In § 5 ArbSchG hat der Gesetzgeber den Katalog der in einer Gefährdungsbeurteilung zu erfassenden Gefährdungen festgeschrieben. Sie können sich ergeben durch:

  • die Einrichtung und Gestaltung von Arbeitsstätte und Arbeitsplatz
  • chemische, biologische und physikalische Einwirkungen
  • die Auswahl und den Einsatz der Arbeitsmittel, speziell von Arbeitsstoffen, Werkzeugen, Maschinen und Anlagen inklusive den Umgang damit
  • die Gestaltung und Art der Arbeits- und Produktionsmethoden, der Arbeitsabläufe, der Arbeitszeit und deren Zusammenwirken
  • eine mangelhafte Qualifikation und Einweisung der Beschäftigten
  • psychische Belastungen (zum Beispiel Unter- oder Überforderung) bei der Arbeit

Gefährdungsbeurteilungen sind der zentrale Punkt des Arbeitsschutzes

Die Gefährdungsbeurteilung ist also sozusagen der Dreh- und Angelpunkt im Bereich Arbeitsschutz. Dementsprechend wird sie von den zuständigen Behörden und den Berufsgenossenschaften besonders überwacht. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nur wenn die Gefährdungsbeurteilung vom Arbeitgeber richtig durchgeführt wird, kann er anschließend die erforderlichen Maßnahmen zum Arbeitsschutz und damit der Gesundheit seiner Mitarbeiter ergreifen.

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